Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) ➔ Unterstamm Hexapoda (Sechsfüßer) ➔ Klasse Insecta (Insekten) ➔ Ordnung Coleoptera (Käfer) ➔ Familie Curculionidae (Rüsselkäfer)
Hypera postica (Gyllenhal, 1813)
Luzerne-Kokonrüssler Alfalfa Weevil
Synonyme und andere Kombinationen:
Rhynchaenus posticus Gyllenhal, 1813 | Cionus haemorrhoidalis (Herbst, 1784) | Curculio bi-maculatus Gyllenhal, 1813 | Curculio bimaculatus Marsham, 1802 | Curculio denigratus Gmelin, 1790 | Curculio fasciolatus Geoffroy, 1785 | Curculio haemhorroidalis Herbst, 1784 | Curculio haemorrhoidalis Herbst, 1784 | Curculio variabilis Herbst, 1795 | Hypera mariei Hoffmann, 1933 | Hypera variabilis (Herbst, 1795) | Phytonomus picipes Curtis, 1826 | Rhynchaenus haemorrhoidalis (Herbst, 1784) | Rhynchaenus variabilis (Herbst, 1795) |
Einordnung:
Hypera postica gehört zur Unterfamilie Hyperinae.Verbreitung:
Europa, Nordafrika, Asien, Nordamerika (eingeschleppt, 1904 erstmals nachgewiesen).Überall häufig.
Lebensraum:
Grasland, landwirtschaftliche Anbaugebiete ...Beschreibung:
Körperlänge 4,0 - 5,3 mm; Halsschild fast so lang wie breit, etwa in der Mitte am breitesten; Halsschild mit einer dunklen Mittelbinde, die sich auf den Flügeldecken im Nahtbereich fortsetzt; Ausdehnung und Kontrast der Mittelbinde, die selten auch fehlen kann, variabel.Lebensweise:
Hypera postica ist eine oligophage Art, die an Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) lebt. Bekannte Futterpflanzen sind Schneckenklee (Medicago), Steinklee (Melilotus), Klee (Trifolium), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Esparsetten (Onobrychis), Wicken (Vicia), Lupinen (Lupinus), Tragant (Astragalus), Geißraute (Galega officinalis) und Duftende Platterbse (Lathyrus odoratus).Zur Eiablage nagt das Weibchen ein Loch in den Stängel einer Futterpflanze. In dieses legt es 1 bis 20 etwa 0,5 mm große gelbliche Eier ab. Ein Weibchen kann bis zu 2500 Eier produzieren. Nach ca. 10 bis 18 Tagen schlüpfen die Larven. Diese durchlaufen während ihrer 15 bis 28 Tage dauernden Entwicklung 4 Larvenstadien. Sie fressen zunächst in den Stängeln und später an den Knospen und frischen Blättern ihrer Futterpflanzen. Die Hypera postica-Larven erreichen im letzten Stadium eine Körperlänge von bis zu 8 mm. Die ausgewachsenen, meist hellgrünen Larven mit heller Rückenlinie und schwarzer Kopfkapsel verpuppen sich in einem weißen aus Sekret hergestellten netzartigen Kokon, der an den Blättern der Futterpflanzen befestigt wird. 6 bis 11 Tage später erscheinen die Käfer der neuen Generation und beginnen an ihren Wirtspflanzen zu fressen. Bei Temperaturen oberhalb von 25 °C legen die Käfer eine Sommerdiapause (Ästivation) ein. Sie werden im Spätsommer oder Herbst bei kühlerem Wetter wieder aktiv, bevor sie sich an zur Überwinterung geeignete Orte in der oberen Bodenschicht zurückziehen.
Der Luzerne-Kokonrüssler (Hypera postica) bildet im Normalfall eine Generation pro Jahr.
Natürliche Feinde:
Hypera postica wird in allen Entwicklungsstadien insbesondere von Hautflüglern wie Schlupf-, Brack- und Erzwespen parasitiert. Einige Wespenarten werden in Luzerne-Anbaugebieten gezielt zur biologischen Bekämpfung von Hypera postica eingesetzt.Quellen, weiterführende Literatur, Links:
- Arved Lompe: Die Käfer Europas - Ein Bestimmungswerk im Internet
- Harde, Severa: Der Kosmos Käferführer: Die Käfer Mitteleuropas, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & KG, Stuttgart, ISBN 3-440-07682-2.
- Plant Parasites of Europe
- Interactive Agricultural Ecological Atlas of Russia and Neighboring Countries. Economic plants and their Diseases, Pests and Weeds
- Alfalfa Weevil In Manitoba
- Hypera postica (Gyllenhal, 1813) in GBIF Secretariat (2026). GBIF Backbone Taxonomy. Checklist dataset https://doi.org/10.15468/39omei accessed via GBIF.org on 2026-01-25.
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