Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) ➔ Unterstamm Hexapoda (Sechsfüßer) ➔ Klasse Insecta (Insekten) ➔ Ordnung Coleoptera (Käfer) ➔ Familie Meloidae (Ölkäfer)
Meloe (Eurymeloe) rugosus Marsham, 1802
Mattschwarzer Ölkäfer Rugged Oil-beetle
Synonyme und andere Kombinationen:
Eurymeloe rugosus (Marsham, 1802) | Meloe autumnalis Leach, 1815 | Meloe punctatus Curtis, 1829 | Meloe rugulosus Brullé, 1832 |
Weitere Vernakularnamen:
Runzeliger Ölkäfer, Mattschwarzer MaiwurmEinordnung:
Meloe rugosus gehört zur Unterfamilie Meloinae, Tribus Meloini.Verbreitung:
Von West-, Mittel- und Südeuropa bis Westasien, im Norden fehlend.In Mitteleuropa in der Ebene und im Gebirgsvorland.
Lebensraum:
Vorzugsweise im Überschwemmungsbereich von Flussauen, auf sandigen, leicht erhöhten Flächen, die nur spärlich mit Sträuchern und Bäumen bedeckt sind, aber auch auf Trockenrasen, in Sand- und Kiesgruben ...Beschreibung:
Körperlänge 6 - 18 mm; Körper schwarz; Fühler dünn, Glieder deutlich länger als breit; Kopf ungleichmäßig und grob punktiert, Oberseite am Innenrand der Augen eingedrückt; Stirn und Halsschild mit einer Mittellängsfurche; Flügeldecken sehr grob gerunzelt, verkürzt; Hinterflügel fehlend.Ähnliche Arten:
Eine in Deutschland vorkommende ähnliche Art ist der Feingerunzelte Ölkäfer oder Feingerunzelte Maiwurm (Meloe scabriusculus Brandt & Erichson, 1832). Meloe scabriusculus hat dickere, kürzere Fühler und kann am häufigsten im April und Mai gefunden werden.Lebensweise:
Die flugunfähigen Imagines des Mattschwarzen oder Runzeligen Ölkäfers (Meloe rugosus) sind überwiegend von September bis November aktiv. Überwinterte Individuen können auch noch im folgenden Frühjahr gefunden werden. Meloe rugosus ist eine phytophage Art. Die Käfer konnten unter Laborbedingungen erfolgreich mit einer Mischkost aus Grashalmen und Löwenzahnblüten ernährt werden.Nach einem Reifungsfraß und der Paarung beginnen die Weibchen mit der Eiablage. Ein Meloe rugosus-Weibchen kann im Laufe seines Lebens bis zu 10 Gelege mit 2.404 ± 646 Eiern produzieren (insgesamt mehr als 25000 Eier). Etwa 18 - 19 Tage nach der Eiablage schlüpfen die im 1. Stadium als Triungulinus (Dreiklauer) bezeichneten Larven. Die etwa 0,7 mm langen, gelben Larven mit einer an den Seiten braunen Kopfkapsel klettern auf Pflanzen und warten dort auf potenzielle Wirte, an denen sie sich festklammern, um sich zum Wirtsnest transportieren zu lassen (Phoresie). Wirte der Käferlarven sind verschiedene Wildbienenarten. Nach der Ankunft im Wirtsnest frisst die Triungulinus-Larve das Ei ihres Wirts. Danach häutet sie sich zu einer kurzbeinigen, blinden, madenähnlichen Larve (L2), die sich vom Honigpollenbrei im Wirtsnest ernährt. Nach 3 weiteren Häutungen verlässt die Meloe rugosus-Larve das Nest und zieht sich in den Erdboden zurück. Die weitere Entwicklung erfolgt im Boden. Dort häutet sich die Meloe-Larve zur überwinternden Scheinpuppe, die Pseudonymphe oder auch Larva coarctata pharata genannt wird (L6) und keine Nahrung aufnimmt. Aus dieser schlüpft im Frühjahr eine den Sekundärlarven ähnliche Tertiärlarve (L7). Diese verpuppt später sich im Boden.
Quellen, weiterführende Literatur, Links:
- Arved Lompe: Die Käfer Europas - Ein Bestimmungswerk im Internet
- Wolfgang Schedl (2009). Über im Herbst aktive Meloë-Arten im Bundesland Tirol (Österreich) (Insecta: Coleoptera, Meloidae) – Linzer biologische Beiträge – 0041_1, 359 - 366.
- Lückmann, Johannes & Assmann, Thorsten. (2005). Reproductive biology and strategies of nine meloid beetles from Central Europe (Coleoptera: Meloidae). Journal of Natural History. 39. 4101-4125. 10.1080/00222930500533823.
- Lückmann, Johannes. (1997). Die Triungulinen von Meloë brevicollis Panz. und Meloë rugosus Marsh. (Coleoptera: Meloidae). Entomologische Nachrichten und Berichte. 41. 183-189.
- Klausnitzer, Bernhard. (2004). Bemerkungen zur Biologie und Verbreitung einiger Meloidae (Col.) in Mitteleuropa. Entomologische Nachrichten und Berichte, 48, 2004/3-4 261.