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Rhagoletis cerasi (Linnaeus, 1758)

Kirschfruchtfliege Cherry Fruit Fly

Synonyme:

Rhagoletis fasciata Rohdendorf, 1961 | Rhagoletis nigripes Rohdendorf, 1961 | Rhagoletis obsoleta Hering, 1936 | Tephritis ceraci Persson, 1958 | Trypeta signata Meigen, 1826 | Urophora cerasorum Dufour, 1845 | Urophora liturata Robineau-Desvoidy, 1830 |

  • Rhagoletis cerasi  8320
    Rhagoletis cerasi (Linnaeus, 1758)  Kirschfruchtfliege  Cherry Fruit Fly 
    Rhagoletis cerasi
    DE, Chemnitz, Markersdorf; 2018-06-16 15:54:36
    Bildnummer: 8320

    DE, Chemnitz, Markersdorf
    2018-06-16 15:54:36


Einordnung:
Rhagoletis cerasi gehört zur Unterfamilie Trypetinae, Tribus Carpomyini.
Verbreitung:
Europa, Asien
Beschreibung:
Die Kirschfruchtfliege Rhagoletis cerasi hat eine Körperlänge von 4 - 5 mm. Das Schildchen ist gelb. Die Flügel zeigen eine charakteristische dunkle Zeichnung.
Die weißlichen Larven werden bis 6 mm lang. Die Größe der Puppen beträgt 3 - 4 mm.
Lebensweise:
Die Imagines der Kirschfruchtfliege Rhagoletis cerasi fliegen in einer Generation ab Mitte Mai bis Ende Juli.
Wirtspflanzen der Kirschfruchtfliege sind verschiedene Arten der Gattungen Prunus (Rosaceae: P. cerasus, P. avium, P. serotina, P. mahaleb) und Lonicera (Caprifoliaceae: L. xylosteum, L. tatarica, L. alpigena). Etwa 2 Wochen nach der Blüte beginnen die Weibchen der Kirschfruchtfliege mit der Eiablage in die reifenden Früchte. Normalerweise wird nur ein Ei pro Frucht abgelegt. Durch ein Markierungspheromon wird später nachfolgenden Weibchen mitgeteilt, dass die Frucht bereits belegt ist und so die Ablage von weiteren Eiern in die gleiche Frucht verhindert.
Ungefähr 10 Tage nach der Eiablage schlüpfen die Larven. Diese ernähren sich etwa 3 Wochen vom kernnahen Fruchtfleisch. Die ausgewachsenen Larven verlassen die Früchte, fallen auf den Boden und verpuppen sich dort in 2 bis 3 cm Tiefe. Die Puppen überwintern. Im Mai schlüpft die neue Generation. Ein kleiner Teil der Puppen kann auch länger im Boden überdauern und erst in den Folgejahren zum Schlupf kommen.
Anmerkung:
Da sich die Larven von Rhagoletis cerasi in Kirschen entwickeln, kann ihr Auftreten zu großen Verlusten beim Anbau von Süßkirschen führen.

Quellen, weiterführende Literatur, Links:
  1. Pape T. & Thompson F.C. (eds) (2017). Systema Dipterorum (version 2.0, Jan 2011). In: Species 2000 & ITIS Catalogue of Life, 2017 Annual Checklist (Roskov Y., Abucay L., Orrell T., Nicolson D., Bailly N., Kirk P.M., Bourgoin T., DeWalt R.E., Decock W., De Wever A., Nieukerken E. van, Zarucchi J., Penev L., eds.). Digital resource at www.catalogueoflife.org/annual-checklist/2017. Species 2000: Naturalis, Leiden, the Netherlands. ISSN 2405-884X.
  2. Claudia Daniel, and Jürg Grunder: Integrated Management of European Cherry Fruit Fly Rhagoletis cerasi (L.): Situation in Switzerland and Europe, Insects 2012, 3, 956-988; doi:10.3390/insects304095.6.