Stamm Arthropoda (Gliederfüßer) ➔ Unterstamm Hexapoda (Sechsfüßer) ➔ Klasse Insecta (Insekten) ➔ Ordnung Ephemeroptera (Eintagsfliegen) ➔ Familie Ephemerellidae

Serratella ignita (Poda, 1761)

Synonyme:

Ephemera ignita Poda, 1761 | Ephemerella lactata Bengtsson, 1909 | Ephemerella torrentium Bengtsson, 1917 | Ephemerella sibirica Tshernova, 1952 | Drunella karasuensis Kustareva, 1976 | Ephemerella ignita (Poda, 1761) |

  • Serratella ignita, Weibchen mit Eiballen  4620
    Serratella ignita (Poda, 1761)     
    Serratella ignita, Weibchen mit Eiballen; det. Jürgen Gaul
    DE, Chemnitz, Markersdorf; 2011-06-03 08:22:10
    Bildnummer: 4620
    Weibchen mit Eiballen
    DE, Chemnitz, Markersdorf
    2011-06-03 08:22:10
    det. Jürgen Gaul
  • Serratella ignita, Subimago, weiblich  7728
    Serratella ignita (Poda, 1761)     
    Serratella ignita, Subimago, weiblich; det. Jürgen Gaul
    DE, Chemnitz, Stadtpark; 2017-06-07 15:11:42
    Bildnummer: 7728
    Subimago, weiblich
    DE, Chemnitz, Stadtpark
    2017-06-07 15:11:42
    det. Jürgen Gaul

Verbreitung:
Europa, in Teilen von Asien.
Lebensraum:
Bäche und Flüsse, seltener auch Seen.
Beschreibung:
Imago: Vorderflügellänge 5,5 - 10 mm; Flügel transparent mit bräunlichen Längsadern und transparenten Queradern; Abdomen rötlichbraun; 3 Schwanzfäden mit dunklen Ringen; Beine gelb bis gelbbraun.
Nymphen: Körperlänge 5,5 - 12 mm.
Ähnliche Art:
Ephemerella notata Eaton, 1887.
Lebensweise:
Imagines von Serratella ignita wurden im Zeitraum von April bis September gefunden. Ihre Flugzeit ist von den örtlichen Bedingungen abhängig. Die erwachsenen Eintagsfliegen haben verkümmerte Mundwerkzeuge und nehmen keine Nahrung zu sich. Ihre Lebenserwartung ist sehr kurz und reicht von einigen Stunden bis zu wenigen Tagen.
Die Männchen schwärmen morgens bei Sonnenaufgang, sowie nachmittags und abends bei Sonnenuntergang. Die Weibchen fliegen zu den schwärmenden Männchen und paaren sich mit diesen im Flug. Ein Weibchen kann bis zu 1200 reife Eier produzieren. Die Eiablage erfolgt im Flug. Das Weibchen fliegt flussaufwärts und wirft den Eiballen als Ganzes über dem Wasser ab. Das nach der Eiablage erschöpfte Weibchen fällt meist ins Wasser und stirbt.
Die abgelegten Eier quellen auf und setzen sich am Substrat fest. Serratella ignita überwintert im Eistadium. Die Embryonalentwicklung und der Schlupfzeitpunkt der Larven werden durch den Temperaturverlauf gesteuert.
Die im Wasser lebenden Larven ernähren sich als Weidegänger und Detritusfresser. In Untersuchungen bei 18°C wurden Wachstumsraten der Larven von 4,6% der Körperlänge pro Tag bei Kieselalgennahrung und 1,52% der Körperlänge pro Tag bei Detritusnahrung ermittelt.
Nach Abschluss der Larvalentwicklung schlüpfen die Subimagines auf der Wasseroberfläche. Diese häuten sich später noch einmal zur Imago.
In der Schweiz (in Höhenlagen über 1000 m) ist die Art univoltin und durchläuft einen "Sommer-Lebenszyklus" mit Schlupf und schnellem Wachstum der Larven im Spätfrühling und Sommer, Schlupf der Subimagines und Imagines von Juli bis September und einer langen Ei-Diapause im Winter.

Quellen, weiterführende Literatur, Links:
  1. de Jong, Y.S.D.M. (ed.) (2013) Fauna Europaea version 2.6.2 Web Service available online at https://fauna-eu.org/
  2. E. Bauernfeind & U. H. Humpesch: Die Eintagsfliegen Zentraleuropas (Insecta: Ephemeroptera): Bestimmung und Ökologie, 2001, Verlag des Naturhistorischen Museums Wien ISBN 3-900 275-86-6.