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Eurygaster maura (Linnaeus, 1758)

Gemeine Getreidewanze European Tortoise Shieldbug

Synonyme:

Cimex maura Linnaeus, 1758 |

  • Eurygaster maura  8938
    Eurygaster maura (Linnaeus, 1758)  Gemeine Getreidewanze  European Tortoise Shieldbug 
    Eurygaster maura
    DE, Chemnitz, Zeisigwald; 2019-07-18 14:12:45
    Bildnummer: 8938

    DE, Chemnitz, Zeisigwald
    2019-07-18 14:12:45

  • Eurygaster maura  8939
    Eurygaster maura (Linnaeus, 1758)  Gemeine Getreidewanze  European Tortoise Shieldbug 
    Eurygaster maura
    DE, Chemnitz, Zeisigwald; 2019-07-18 14:12:45
    Bildnummer: 8939

    DE, Chemnitz, Zeisigwald
    2019-07-18 14:12:45

  • Eurygaster maura  8940
    Eurygaster maura (Linnaeus, 1758)  Gemeine Getreidewanze  European Tortoise Shieldbug 
    Eurygaster maura
    DE, Chemnitz, Stadtpark; 2019-08-05 13:53:16
    Bildnummer: 8940

    DE, Chemnitz, Stadtpark
    2019-08-05 13:53:16


Weitere Vernakularnamen:
Gräserwanze
Verbreitung:
Europa, Vorder- und Mittelasien, Nordafrika.
Lebensraum:
An trockenen Orten, oft an Getreideähren.
Beschreibung:
Körpergröße 7 - 11 mm; Grundfärbung und Zeichnung variabel (gelblich, braun oder Schwarz); Seitenrand des Pronotum gerade oder konkav; Hinterleib vom Schildchen verdeckt; Schildchen mit 2 kommaförmigen (meist hellen) Schwielen am Vorderrand; Tylus (Stirnkeil) frei, nicht von den Wangen überragt oder eingeschlossen, in einer Ebene mit den Wangen liegend; zweites Fühlerglied etwa doppelt so lang wie das dritte.
Ähnliche Arten:
In Mitteleuropa gibt es einige ähnliche Arten. Bei der Schildkrötenwanze Eurygaster testudinaria liegt der Tylus vorn tiefer als die Wangen. Das zweite Fühlerglied ist etwa 1,5 mal so lang wie das dritte.
Lebensweise:
Die Gemeine Getreidewanze bildet 1 Generation pro Jahr.
Die xerophile Art bevorzugt warme, sonnige und windgeschützte Orte. Am günstigsten für eine optimale Entwicklung von Eurygaster maura sind Temperaturen von 24 - 26 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 - 80 %. Die Wanzen überstehen Temperaturen von 9 °C bis 35 °C ohne Diapause.
Die Imagines verlassen ab Ende April bei einer Temperatur im Bereich von 18 - 19 °C ihre Winterquartiere und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Die Paarung erfolgt im Mai und die Eiablage Anfang Juni. Ein Weibchen legt etwa 24 und 29 Eier. Diese werden in regelmäßigen Reihen von 10 - 14 Stück auf den Blattunterseiten abgelegt. Nach 12 - 14 Tagen schlüpfen die Larven. Bis zur Imaginalhäutung, die etwa einem Monat später erfolgt, werden 5 Larvenstadien durchlaufen. Die Imagines der neuen Generation fliegen etwa ab Mitte Juli. Zur Überwinterung ziehen sie sich an geschützte Orte im Wald zurück.
Eurygaster maura ernährt sich normalerweise von mehrjährigen Gräsern, auch von Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais und Hirse. Die Larven und Imagines sich häufig an Getreideähren zu finden und besaugen die Körner. Ein in ihrem Speichel enthaltenes eiweißabbauendes Enzym führt zu Kleberschädigungen, wodurch z. B. Weizenmehl seine Backfähigkeit verlieren kann. Bei einer Massenvermehrung der Art kann es zu Ernte- und Qualitätsverlusten von Getreidekulturen kommen.
Natürliche Feinde:
Bekannte Parasitoiden von Eurygaster maura sind die Raupenfliegen Cistogaster mesnili, Ectophasia crassipennis, Ectophasia oblonga, Eliozeta helluo, Elomya lateralis, Gymnosoma rungsi und Phasia subcoleoptrata. Die Larven der Raupenfliegen entwickeln sich als Endoparasitoiden im Innern ihres Wirts.
Wespen der Familie Scelionidae parasitieren die Eier von Eurygaster maura.

Quellen, weiterführende Literatur, Links:
  1. Ralf Heckmann: Eurygaster dilaticollis Dohrn und Phimodera lapponica (Zetterstedt): Erstnachweis und weitere Funde für Mitteleuropa (Heteroptera: Scutelleridae), Mitteilungen der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft, 82: 2009, 217–231.
  2. Interactive Agricultural Ecological Atlas of Russia and Neighboring Countries. Economic plants and their Diseases, Pests and Weeds
  3. Eva-Maria Grünbacher, Bernhard Kromp, Herbert Formayer, Patrick Hann: Einflüsse des Klimawandels auf landwirtschaftliche Schädlinge und Nützlinge im Biologischen Landbau Ostösterreichs, Endbericht zum Projekt StartClim2005.C3-a, Wien, im November 2006.
  4. Diptera Parasitoid Records